Trans* Goth

Man konnte es bisher schon heraus lesen. Ich lasse mich nicht ausgrenzen, ich lebe mein Leben wie ich es für richtig halte. Aber dennoch halte ich mich vom Mainstream fern. Die Partymeile der Innenstadt ist bisher nichts für mich gewesen. Zu sehr hatte ich Angst von einem Türsteher abgewiesen zu werden.

Ich fühle mich sowieso eher in der schwarzen Szene zuhause. Als Goth oder Gothic bewege ich mich darin seit ich 17 bin. Zuerst in München, später in Karlsruhe und Stuttgart. Allerdings hab ich vor meinem Outing und dem vollständigen Leben in meiner wahren Rolle nie Anschluss gefunden. Dies änderte sich in Stuttgart schlagartig.

Cyber GothZugegeben, ich hab mir am Anfang etwas auf die Sprünge geholfen. Ein rotes Korsett, bei dem ich die Schnürung gegen einen rot leuchtenden, elektrischen Draht getauscht hatte, zog die Menschen wie magisch an und so kam ich schnell ins Gespräch.

So nahm meine Entwicklung in der schwarzen Szene rund um Stuttgart ihren Anfang. Die Sammlung an Outfits wuchs. Schon sehr früh war ich besonders in der Nische der Cyber-Gothics unterwegs. Diese zeichneten sich nicht durch schwarze Gedanken aus sondern praktizierten eine ausgesprochene Partykultur. Ich lernte die verschiedenen Tanzstile erstaunlich schnell und konnte mithalten.

Gruppenfoto im ParisIch fühlte mich befreit und konnte nach Herzenslust tanzen. Die elektronische Musik ist genau meins und ich war einfach nur Glücklich nicht mehr meine Freizeit in den eigenen vier Wänden verbringen zu müssen.

Und wie man weiß sind glückliche Menschen anziehend. So fand ich schnell dauerhafte Freunde und auch meine Partnerin. Aber nichts ist für die Ewigkeit. Freunde kommen und gehen aber nie war meine Vergangenheit ein Thema. Ich wurde immer voll und ganz akzeptiert wie ich bin.

2013-06-22 20.55.13 - bearbeitetInzwischen habe ich das Gefühl alle wichtigen Menschen der schwarzen Szene zu kennen. Alle DJs der unterschiedlichen Veranstaltungsreihen und einen Großteil der Gäste. Selbst die Bedienungen hinter der Theke grüßen mich wann immer sie mich sehen, auch außerhalb der Clubs. In einer Gesellschaft die Aussenseiter unterdrückt und am liebsten wegschließt, habe ich endlich das Gefühl dazu zu gehören.

Wenn ich gefragt werde, wo man als Trans* so hingehen kann, sage ich immer „überall hin“. Wenn du nur du selbst bleibst, ohne anderen zu gefallen und ohne dich Klischees hin zu geben. Nur so wirst du akzeptiert, egal wie du aussiehst und egal welche Vergangenheit du mitbringst.
Ok, auf nen Kirchentag oder zu einer Balkanparty würde ich jetzt doch nicht raten aber das versteht sich von selbst. 🙂

1 Antwort
  1. Phoebe
    Phoebe sagte:

    Ich mag Gothic, auch wenn ich nun nicht so extrem bin und nur schwarz anziehe, im Alltag mag ich es eher bunt. Aber die Klamotten sind schön und die Musik auch.
    Eigentlich wollte ich schon sagen, daß du mir mein Kleid geklaut hast, aber meines sieht doch etwas anders aus.
    Vergleiche dein Foto mit meinen Fotos:
    http://transgender.at/galerie/showuser.cgi?name=Eva_Tg&foto=gothapril12&land=DE&attr=ks

    Sieht ziemlich ähnlich aus. 😉
    Ich hoffe die Links gehen…

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