Wiedersehen
Im April 2010, kurz nach meinem Outing, habe ich mir die Haare femininer machen lassen und hatte sie rötlich gefärbt. Damals traf ich auf zwei Mädchen, die mir widerliche Begriffe hinterher riefen. Das war kein schönes Erlebnis.
Heute traf ich wieder auf diese zwei Gören. Aber mit dem Unterschied, dass sie mich garnicht wahr nahmen, obwohl ich ihnen in der Bahn direkt gegenüber stand.
Schön, dass fast zwei Jahre genug Veränderung mit sich gebracht haben um diesen Anfeindungen keine Angriffsfläche mehr zu bieten.
MehrAnkündigung
1998 war es soweit. Im Alter von 16 Jahren erkannte ich, dass mein Problem einen Namen hat und ich damit nicht allein bin. Es dauerte aber doch 12 Jahre bis ich mich dem Problem wirklich stellen konnte. Aber dennoch bin ich damit noch sehr früh dran. Viele Gleichgesinnte stellen sich dem Problem erst nach der ersten Ehe, den ersten Kindern und wenn die Schäfchen scheinbar ins trockene gebracht wurden. Und zerstören sich damit ein bisher rund 40 Jahre währendes Leben.
Ich möchte euch zeigen, dass man erst mit sich selbst ins reine kommen sollte, bevor man andere in den Strudel der Probleme und Depressionen zieht.
Und damit ich in naher Zukunft noch mehr Leser erreiche, wird es in Zukunft mein erstes Buch geben. Ich werde daran nichts verdienen außer das gute Gefühl, vielleicht der einen oder anderen geholfen zu haben. Ich bin für euch da so gut ich kann. Schreibt mir, kommentiert meine Beiträge. Niemand wird ignoriert und noch so abwegige Fragen werden beantwortet.
Eure Jeanette
MehrFotoepilation
Am Freitag den 13. konnte ich nun endlich mit der Fotoepilation anfangen. Hierbei soll mittels Lichtwellen die Haarwurzel dauerhaft geschädigt werden, damit diese keine weiteren Haare wachsen lässt.
Ich wurde schon vorweg aus allen Richtungen gewarnt, dass diese Behandlung schmerzhaft sein kann. Also bin ich in weiser Voraussicht zusammen mit meiner Verlobten dort hin und ließ mich für den Tag krank schreiben. Aber das es so heftig sein würde hab ich nicht erwartet.
Ich hab mich beim Arzt auf die Liege gelegt und bekam ein transparentes Gel auf die Gesichtshaut aufgetragen. Auch der Hals wurde bedacht. Dann musste ich eine grüne Brille aufsetzen bevor es los gehen konnte. Der Blitzlichtkopf hat etwa die Größe eines Rasierkopf. Der Arzt setzte ihn auf die Haut und löste aus. Trotz geschlossener Augen und der Brille blitzt es rot auf. Und dann kommt der Schmerz. Ich musste alle 10 Auslöser nach einer Verschnaufpause fragen, da ich vor Schmerzen nass geschwitzt war und mir die Tränen liefen.
Als der Arzt endlich seine 45 Schüsse abgegeben hat, fühlte ich mich wie zusammengeschlagen. Ich wankte aus dem Behandlungszimmer direkt auf die Toilette um das Gel los zu werden und um Sonnencreme aufzutragen.
Selbst Stunden nach der Behandlung hielten die Schmerzen und auch der Gestank von verbranntem Haar an. Ich hatte den ganzen restlichen Tag ein unerträgliches Übelkeitsgefühl.
Ich schreibe diese Zeilen am 16. Januar und es tut immer noch weh. Meine Haut sieht aus wie zu schlimmsten Agne-zeiten. Rasieren tut höllisch weh. Überall habe ich kleine Pusteln bekommen. Und selbst 3 Tage nach der Behandlungen sieht man noch die Streifen, wo der Lichtkopf aufgesetzt wurde.
Diese Behandlung muss ich jetzt erstmal 12 mal im Abstand von 3-4 Wochen ertragen.
Zum Glück soll es mit der Zeit leichter werden. Die Schmerzen und die Hitze werden schliesslich von den dunklen Haaren in der Haut angenommen und vermittelt. Um so weniger Haare um so weniger Hitze kann vermittelt werden.
MehrHilfestellungen
Nachdem sich gerade die dunkle Jahreszeit ankündigt und sich damit die depressiven Emails mit Fragen nach Informationen und meinem Werdegang häufen habe ich angefangen, die typischen, sich immer wiederholenden Fragen in einem Fragenkatalog zu beantworten. Unter Hilfestellungen findet ihr einige Themen die euch die meisten Fragen beantworten sollen.
Folgende Themen sind bereits veröffentlicht:
- Die ersten Schritte
- Wo gibt es Infos
- Ärzte finden
- Medikamente
- Das Outing
- neuer Name
- Outing im Job
- die eigene Stimme
- Kleidung im Alltag
- Ausgehen
600 Tage
Seit genau 600 Tagen lebe ich nun vollwertig als Frau in der Gesellschaft. Meiner Wahrnehmung nach fällt kaum jemandem noch auf das nicht alles ist wie es scheint. Ich hab den Zähler für die Lebenstage damals eingerichtet um mir selbst zu zeigen was ich schon geschafft habe. Nun kann es kaum noch besser werden. Wie lang soll ich noch zählen? Wie lang muss ich mir noch vorhalten was ich geschafft habe und was noch vor mir liegt?
MehrDie Geschichte mit meinem Vermieter (Teil 1)
Die Geschichte fängt damit an, dass ich (noch als Mann lebend) mit meiner damaligen Freundin im Mai 2008 in ein freistehendes Mehrfamilienhaus gezogen bin, im dem wir die einzigen Mieter waren. Die anderen beiden Wohnungen belegte der Hausbesitzer mit seiner Frau. Das Haus war ruhig gelegen und dennoch sehr gut an öffentliche Verkehrsmittel angebunden. Es bot eine große Terrasse und viel Garten. Ideales Umfeld für ruhige Mieter und deren Katzen. Die Wohnung stand vorher mindestens ein halbes Jahr leer und dem Vermieter war zu diesem Zeitpunkt seine letzte Katze gestorben, der er einen Schrein im Garten gebaut hatte. Da er über neue Katzen im Haus sehr erfreut war, lies er entsprechend den Mietvertrag ändern, dass Katzen im sonst Haustierfreien Haus erlaubt seien.
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