über mein Leben

Interview

Es ist schon eine ganze Weile her, bereits im November 2015 habe ich ein längeres Interview gegeben, das allerdings erst im März veröffentlicht wurde. Dieses findet ihr hier:

http://fabpeeps.mindscars.de/2016/03/16/mug-fab-peeps-007-jeanette/

Dokumentarischer Kurzfilm

Bereits im Juni 2015 stand ich für Denisa vor der Kamera. Die Medien-Studentin nahm mit dem entstandenen Film am Forever Now Festival teil. Ich habe ein wenig über mein Leben und meine Erfahrungen erzählt. Mein damaliger Freund kam auch zu Wort und konnte mit eigenen Worten beisteuern, wie er die Situation einschätzt.

Das Video ist bisher leider nur auf Facebook veröffentlicht worden. Wenn es wo anders zu sehen ist, werde ich es auch hier einfügen.

Aufziehmännchen

Mein Leben ist ganz und gar nicht langweilig. Im Gegenteil. Manchmal wünschte ich mir es wäre etwas ruhiger. Und dann stelle ich fest, ich bin selbst dafür verantwortlich.

Freunde fragen mich immer wieder, wie ich all das was ich so tue nur schaffen kann. In dem Moment habe ich nie eine Antwort parat denn eigentlich mache ich nicht so viel. Zumindest denke ich das. Und dann fange ich an zu zählen und stelle fest, ich habe genug Interessen und Hobbys für drei. Bevor ich jedes mal durchzähle dachte ich mir, ich schreib hier mal eine Liste zusammen.

Hobby und Arbeit

Ich habe das sagenhafte Glück, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Also empfinde ich es meistens nicht so sehr anstrengend im Büro zu sein wie manch anderer. Das Programmieren für mobile Geräte ist die Verwirklichung eins Traums der Mitte der Neunziger mir wohl durch Star Trek in meinen Kopf gepflanzt wurde. Also Programmiere ich im Büro und wenn ich abends Heim komme mach ich gerade weiter. Egal ob Pflicht oder Freizeit, es macht eigentlich immer Spaß.

Künstlerisch und Handwerklich

Aber mein Leben findet nicht nur hinter der Mattscheibe statt. Ich betätige mich künstlerisch mit Farben und Pinseln um Miniaturen und Skulpturen zu schaffen und zu bemalen. Und manchmal schaffe ich das Programmieren auch mit der Kunst zu verbinden. Heraus kommen dann meist leuchtende Skulpturen wie mein LED-Würfel.
Oder ich entwerfe neue Partykleidung, die häufig auch mit elektrisch leuchtenden Elementen versehen sind.
Seit ich meinen Audi habe, ist auch mein Auto eine neue Baustelle geworden. Davor hab ich zwar deutlich mehr Respekt aber mal eben in der Tiefgarage die Front zerlegen um den Kühlergrill zu tauschen muss schon drin sein. Weiteres ist auch hier schon in Planung.

Gesellschaftliches und Party

Mindestens einmal pro Monat fahre ich nach Stuttgart zum Party machen und Freunde treffen. Das verschlingt dann ein ganzes Wochenende. Wenn es sich sonst anbietet fahre ich in meine Clubs in der Umgebung. Das heisst Party von 23 bis 5 Uhr an einem Freitag oder Samstag oder sogar an beiden Tagen. Aber die kleinen Partys reichen mir meist nicht, so dass ich noch mindestens zwei mal im Jahr quer durch Deutschland pilgere um auf dem einen oder anderen Festival mein Gastspiel zu geben.

Medien

Ich schimpfe mich Cineastin, was so viel heisst dass ich mindestens 2 mal im Monat ins Kino gehe. Tendenziell aber eher öfter. Das große Kino hier ist in laufweite, so dass es keines großen Aufwandes bedarf spontan ins Kino zu gehen. Außerdem bin ich ein Serienjunkie. Ich gucke aber wohlgemerkt aktiv. Programmieren oder malen und gleichzeitig Serien schauen mag ich nicht.
Und weil das noch nicht genug Medien sind, schaffe ich gleich auf drei Kanälen selbst Medien zum Anhören in Form von Podcasts. zwei davon mit meiner lieben Freundin Michaela zusammen und in einem dritten lese ich alte japanische Märchen.

Entwicklung

Die Programmierung und mein Interesse an Podcasts hat mich weiter gebracht als ich dachte, so dass ich mich nebenbei auch noch um die Weiterentwicklung des Mediums bemühe. Ich habe einen Podcast Client für das iPhone geschrieben und fahre drei mal pro Jahr auf Workshops um mich mit Podcasthörern und -machern auszutauschen. Dazu zieht es mich nach Berlin und Wolfsburg. Wenn ich nicht vor Ort bin mache ich Online Support für meine App und schreibe aktiv in Foren.

Sport

Mit Sport hab ich es eigentlich nicht so, auch wenn ich sollte. Seit ich aber aus der Betonwüste Stuttgart an den Bodensee gezogen bin, hat sich auch hier einiges getan. Schwimmen, Paddeln auf dem See oder sogar Stehpaddeln sind neue feste Punkte in meiner Liste der Sommerhobbys geworden.

Abbildend

Und weil das alles noch nicht genug ist und ich gerne mein Leben auch in Bildform festhalte, nimmt die Fotografie mich auch noch in Beschlag. Wenn es nicht um mich geht fotografiere ich gerne feste Objekte und Großkatzen. Schneeleoparden haben es mir hier ganz besonders angetan. Und immer wenn ich Lust habe und sich eine Chance ergibt versuche ich mich als Model vor der Kamera.

Menschlich

Freunde, Partnerschaft und Familie kommen aber vor all diesen schönen Hobbys. Die Menschen, die mich umgeben, sind mir heilig. Um so seltener ich jemanden sehe, um so wichtiger ist es mir die gegebene Zeit so gut es geht zu nutzen. Irgendwie logisch, oder?

Aber ich habe noch so viele weitere Interessen, die hier garnicht so rein passen. Japan, 3D Grafik, Tempelritter, Robotik, Schmuckherstellung, um nur ein paar zu nennen.

Aber trotz allem fühle ich mich nicht gestresst. Ich finde es schade dass ich nicht für alles so viel Zeit aufwenden kann wie ich es mir wünsche aber bin doch froh dass mein Leben nicht aus Arbeit, Couch und Saufen besteht.
Ich sage oft, dass ich das Gefühl habe etwas nachholen zu müssen. Die 12 Jahre die ich mich zurückgezogen hatte. Vielleicht ist daran was dran.

Vorbei

Der Sommer ist vorbei und meine erste Beziehung mit einem Mann auch. Und was mich selbst überrascht hat war, dass ich die Beziehung beendet habe. Nach nem knappen halben Jahr musste ich leider einsehen, dass ich ihn zwar liebe, er mich aber nicht. Er hatte aber leider nicht die Stärke das klar zu machen und zog sich einfach nur mental immer weiter zurück. Es hat nun einfach nicht sollen sein.

Aber kaum war ich wieder ungebunden, stand schon der Nächste auf der Matte. Hier hab ich es auch versucht, musste aber feststellen, dass ich dieses Mal auf der anderen Seite stand und musste die Beziehung bevor sie richtig beginnen konnte schon beenden, da ich nicht genug für ihn empfinden konnte. Was mich dann doch etwas überrascht hat war, dass meine Abfuhr ihn doch mehr mitgenommen hat als ich es für möglich gehalten hätte.

Es sieht also so aus als sei ich auch was dieses Thema angeht angekommen und zudem mache ich wohl doch nicht alles falsch. Für mich wird irgendwann schon noch die richtige Person auftauchen. Dabei halte ich mir alle Wege offen, Männlein oder Weiblein ist mir dabei ziemlich egal. Ich mag Menschen 🙂

Alles in allem geht es mir gerade ziemlich gut. Im Job läuft es und ich fühle mich wohl in allem was ich tue. Keine Selbstzweifel mehr. Auch wenn ich single bin, funktioniert mein Leben gerade ausgesprochen gut und ich habe mehr zu tun, privat wie beruflich, als mir lieb ist. Ich verstecke mich aber nicht vor Problemen oder so etwas. Ich bin mir im klaren darüber was gerade in meinem Leben passiert, was mir wichtig ist, wofür ich kämpfen kann und wo der Kampf zwecklos ist (wie die erste der beiden genannten Beziehungen zum Beispiel). Außerdem habe ich neue Hobbys am See für mich entdeckt, wie zum Beispiel das Stehpaddeln. Leider Hobbys, die nun auch in die Winterpause gehen müssen.

Jetzt kommt erstmal wieder der Herbst und mit ihm der Nebel. Der Bodensee versinkt damit wieder im tristen Grau. Drückt mir die Daumen dass ich mir hier keine Winterdepression einlade.

Eure Jeanette

Film: Boy meets Girl

Nach wiederholt längerer Pause hier mal was neues. Über Facebook wurde mir ein Film empfohlen. Diesen habe ich vorgestern mit meinem Freund geschaut und möchte euch mein Resümee nicht vorenthalten.

Trailer

Handlung

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In „Boy meets Girl“ geht es im Wesentlichem um drei Charaktere. Die transsexuelle Ricky, die auf eine Zusage zur Modeschule wartet, ihrem Jugendfreund und besten Kumpel Robby sowie um Francesca, die auf ihren Verlobten wartet, der als Soldat auf einem Auslandseinsatz ist.

Francesca trifft auf Ricky in einem Cafe wo Ricky hinter der Kasse Wortgewand klar stellt, dass dieses Cafe richtigen Kaffee verkauft und kein Starbucks ist. Schnell stellen die zwei fest, dass sie eine gewissen Faszination aneinander finden.

Kurze Zeit später treffen sich die zwei an einem Badesee wieder, so dass Ricky Francesca erklären muss wer und vor allem was sie ist. Ricky selbst wagt es nicht es auszusprechen, so dass Ricky es per SMS an Francesca schreibt, dass sie ein transsexuelles Mädchen sei.

Francesca reagiert geradezu debil darauf und fragt sie, wie sie das finde und wie sie dazu geworden sei. Hier werden typische Vorurteile aufgezeigt und direkt damit aufgeräumt. Francesca merkt aber selbst schnell in welche Fettnäpfchen sie getreten ist und lässt sich über die Problematik belehren.

Später im Film gibt es eine Unterhaltung zwischen Francesca und Ihren Eltern sowie ihrem Verlobten. Hier wünschte ich mir häufiger, dass Menschen so wie Francesca reagieren würden. Aufgeschlossen und vorsichtig erklärend, ohne dabei mit dem Brecheisen die Meinung anderer ändern zu wollen.

Robby ist bei dieser Romanze ein Ruhepol für Ricky und, wenn es um das Thema geht wie man mit einemr Frau umgeht, eine praktische Informationsquelle. Auch wenn Robby mit zu intimen Details nicht so gut umgehen kann.

Der Film räumt mit diversen Vorurteilen auf und zeigt sehr einfühlsam, wie Ricky in dem kleinen Ort in Kentucky zurecht kommt. Auch hat sie Geheimnisse aus Ihrer Vergangenheit mit sich zu tragen, wie sich aber nach und nach herausstellt, haben doch irgendwie alle ihre Geheimnisse.

Meinung

Mich hat der Film sehr bewegt, da er sehr viele Aspekte aus meinem eigenen Leben aufgegriffen hat und ich ganze Passagen so erlebt habe und Unterhaltungen eins zu eins mit meiner damaligen Freundin geführt habe.
Ich denke, es ist wohl einer der besten trans-thematischen Filme und wie ich finde absolut sehenswert.

Film schauen

Der Film entstand aus kleinem Budget und wird es wohl nie in die deutschen Regale schaffen. Er lief zwar auf einigen Festivals in Deutschland, aber immer mit der original amerikanischen Tonspur. Eine synchonoisierte Version ist leider nicht absehbar.
Auf Vimeo kann er aber günstig geliehen und zum Download gekauft werden. Auch als DVD Import ist „Boy meets Girl“ zu haben.

Ruhige Gewässer

Es hat sich doch wieder Einiges getan. Aber wenig trans-thematisches.

Den Ford Maverick, den ich mit im Februar zugelegt hatte, war voller Mängel und der schweizer TÜV wollte ihn so nicht zulassen. Ich konnte mir die sehr umfangreichen Reparaturen nicht leisten, also bin ich weiterhin mit meinem Smart zur Arbeit gefahren.

Nach langem hin und her und weiteren Problemen mit dem Zweisitzer habe ich bei meiner Firma nachgefragt. Die fragten mich nur, warum ich nicht schon früher nachgefragt hätte. Nun schulde ich meiner Firma das Geld, das ich nun in ein anderes Auto investiert habe. Und wenn ich schon einen Kredit aufnehmen muss, dann dachte ich mir, kann ich es auch gleich richtig machen.

Audi S5 beim HändlerSeit dem 5. Mai fahre ich nun voller Stolz einen Audi S5. Ein „deutscher Sportwagen“, wie ihn meine Kollegen bezeichnen. Ein Fahrzeug dass nicht ganz vernünftig ist aber sehr viel Spass macht und mir ein sicheres Gefühl vermittelt. Zum ersten Mal fahre ich ein Auto für Erwachsene.

Gestern war ich mit dem S5 zum ersten mal in Stuttgart. Nach einer Partynacht bin ich wieder bei meinem alten Vermieter vorbei gefahren, in der Hoffnung meine Katzen sehen zu können.

Anders als letztes Mal war er diesmal zuhause. An der Tür hat er mich nicht wieder erkannt. Ich musste ein paar Stichwörter liefern, damit er wieder wusste wer ich bin. Er war umgänglich und sichtlich von der Zeit und seinem Schicksal gebeutelt. Aber das wichtigste, ich konnte aufs Grundstück und auch ins Haus um nach den Katzen zu sehen.

Hexer war im Wohnzimmer und reagierte sehr schreckhaft auf mich. Man sah ihm an dass e mich zwar irgendwoher kannte, aber nicht wusste woher. Er ließ sich nur am Kinn streicheln. Sobald ich näher kam machte er sofort wieder einen Satz zurück. Das tat sehr weh. Den einst so zutraulichen Kater so zu erleben.

Hexer und LancelotDann die Überraschung. Im Schlafzimmer lag Lancelot auf dem Bett. Diesen Kater hatten wir zwei Monate vor dem Auszug bekommen. Er war extrem menschenscheu und schreckhaft und war uns ausgebüxt. Wir hatten befürchtet, dass er den ersten Winter nicht überstanden hätte, so dünn wie er damals war. Nun lag er auf dem Bett, ließ sich am Bauch kraulen und war auch sonst zutraulich.

MiraDie dritte im Bunde, hatte sich erst nicht finden lassen aber tauchte dann im Dachstuhl auf. Mira, die kleine Prinzessin, war unverändert zutraulich und so fotogen wie immer.

Ich freute mich riesig die Katzen sehen zu können, auch wenn Hexers Verhalten mir einen Stich ins Herz verpasste.

Und zu guter Letzt: Ich bin immer noch mit meinem Freund zusammen. Gestern war das 8-Wochen-Datum. Dafür, dass ich dachte ich könnte nie mit einem Mann eine Beziehung führen, klappt es doch erstaunlich gut. Es ist nicht immer einfach aber wann ist es das schon?

5 Jahre Hormone

Heute vor 5 Jahren habe ich meine ersten Hormone verschrieben bekommen und zu mir genommen. Damals noch mit Testosteronblocker. Diesen brauche ich ja schon seit Jahren nicht mehr aber es ist doch an der Zeit einen Rückblick zu wagen.

Jeden Morgen gibt es zwei Hübe aus der Dosierflasche mit Gynokadin-Gel. Einen auf jeden Oberarm. Meine Blutwerte sind gut, alles im Normbereich.

Leider hat sich von den Legenden und Gerüchten nichts bewahrheitet. Weder sind meine Füße geschrumpft noch meine Ohren. Meine Stimme hat sich auch nicht verändert und bekanntermaßen war das Brustwachstum auch nicht so berauschend. Wer weiß woher das kommt. Ob hier das Testosteron schon zu viel Schaden angerichtet hat?

Beim Sport bekomme ich noch ab und zu Hitzewallungen und der Schweiß generell macht mir zu schaffen, aber sonst ist alles im Rahmen. Keine Gefühlsausbrüche mehr, kein besonders Zickiges Verhalten. Die Blutwerte haben sich gut eingependelt und dadurch dass ich die Hormone täglich zuführe gibt es auch kein Monatliches Auf und Ab. Ob ich darüber traurig sein soll weiß ich nicht. Ich bin froh so wie ich bin nicht all zu arg anzuecken und den Menschen nicht mehr als nötig auf den Keks zu gehen.

5 Jahre

Die Zeit rennt dahin, heute vor genau 5 Jahren begann mein sichtbares Leben auch in der Öffentlichkeit als Frau. Eine tolle, nein wahnwitzige Zeit die hinter mir liegt.

Aber auch eine Zeit der Veränderungen, der Verluste und mehr. So spielt nunmal das Leben und du versuchst im Takt zu bleiben.

Das letzte Jahr war einfach nur Furchtbar. Aus dem Transsexuellen Gesichtspunkt lief alles wie es sein sollte aber persönlich ging alles den Bach runter. Im Job lief es nicht mehr rund, die Beziehung krachte und kreischte an allen Enden und barst, so dass ich alleine in die fremde Schweiz gezogen bin.

Aber es gibt seit kurzem wieder Lichtblicke und ein Silberstreif am Horizont lässt mich strahlen, wie meine Freunde sagen. Ihr könnt es euch sicher schon denken aber ich halte mich noch bedeckt, will nichts übereilen…

Danke auch an euch für eure Zuschriften und Kommentare. Ohne diesen Zuspruch würde ich hier wohl längst nichts mehr schreiben.

Auf weitere turbolente Jahre.

Sehnsucht

Ich vermisse meine Katzen. Ganz besonders Hexer, meinen Kater. Wer meine Berichte (Teil 1 und Teil 2) von dem Streit mit einem meiner früheren Vermieter gelesen hat weiß, dass ich mehr oder weniger gezwungen war meine Katzen zurück zu lassen, als wir aus der Wohnung ausgezogen sind.

In der gemeinsamen Wohnung mit meiner nun Ex-Freundin hatten wir es uns verkniffen neue Katzen anzuschaffen, da diese nur in der Wohnung hätten sein können. Freigang in einen Garten war dort nicht möglich. 100qm wären zwar groß aber nicht genug gewesen.

Nun lebe ich ganz allein auf 85qm und kann immer noch keine Haustiere halten. Der dritte Stock geht zwar praktischerweise vom Balkon direkt zu 200qm Flachdach über aber das wäre auch kein adäquates Territorium für eine Katze.

Und so schreibe ich dies hier nur um meine Gefühle zu beschreiben.

Hexer war immer zutraulich, anhänglich und hat zeitweise aufs Wort gehört. Jeden Tag kam er rechtzeitig die Strasse vor gelaufen um mich von der U-Bahn abzuholen. Er kletterte gerne auf meine Schulter oder legte sich wie ein Schal von einer Schulter zur anderen hinter meinen Hals und guckte mir beim Arbeiten zu.

Vor meinem Umzug in die Schweiz war ich noch einmal dort, bei der alten Wohnung, konnte ihn allerdings nicht sehen. Der Vermieter war nicht zugegen, so dass ich auch nicht einmal fragen konnte wie es den Katzen ging.

Für ihn poste ich hier auch ein Foto, von meinem alten Ich. Das einzige Foto auf dem man mich als Mann sieht, das ich mag. Dank Michelle ist dieser tolle Moment festgehalten.

Neustart auf Abwegen

Neustart auf Abwegen, oder sollte ich vielleicht sagen „neben den Wegen“?

Aber von Anfang an. Mein letzter Beitrag beschrieb meine erste Zeit in der Schweiz. Nun sind weitere vier Wochen vergangen. 2015-01-31 14.16.44Ich hab meinen Schnapszahl-Geburtstag mit Freunden in Stuttgart gefeiert, hab einen Tag in der Saunalandschaft Schwabenquellen verbracht bevor es zurück in die Schweiz ging. Hier hatte es zwischenzeitlich wieder mehr geschneit. Nichts ungewöhnliches. Tagsüber taut es und abends fällt die Temperatur aber die Strassen waren halbwegs schneefrei. Auf halber Strecke vom Büro nach hause kam wieder eine Passage, in der ich den Smart in die Spurrillen anderer Verkehrsteilnehmer einsetzen musste. Nicht ganz so einfach wenn man bedenkt was hier sonst an Autos rum fährt und weiß dass der Smart nicht nur kurz sondern auch schmal ist.

Es kam wie es kommen musste. Ich geriet irgendwie in den Schnee, der Wagen brach nach links aus. Ich versuchte ihn abzufangen aber das war aussichtslos. Er drehte sich nach rechts, dann schlagartig einmal um sich selbst bevor ich halb rückwärts mit 60 Sachen ins Feld rutschte.

Ich kam mit dem Schrecken davon. Mir persönlich ist nichts passiert. Tage später bemerkte ich komische Geräusche am Smart und musste eine verbogene Felge und die Radnabe tauschen lassen. Bin wohl doch heftiger angestoßen als ich dachte. An der hinteren Felge sieht man noch das Gras und kleine Ästchen, die zwischen Felge und dem Reifengummi stecken. Keine Chance die zu entfernen, so eingequetscht sind die.

Beim Unfall selbst muss ich mich aber wohl doch mehr verspannt haben und vor allem meine Zähne aufeinander gepresst haben, als mir bewusst war. Ich musste eine Woche aussetzen, da die Kieferschmerzen nicht zu ertragen waren und nur ausgiebiges Konsumieren von Schmerzmittel konnte noch helfen.

Der Unfall, ich kann es nicht leugnen, hat seine Spuren hinterlassen. Jedes Mal wenn ich daran denke bekomme ich feuchte Augen, auch jetzt, während ich diese Zeilen schreibe.

Ich hatte sowieso vor mir ein „richtiges“ Auto zu kaufen, aber hier machten mir die Schweizer einen Strich durch die Rechnung. Ich bekomme keinen Kredit, nichtmal einen Leasingvertrag solang ich nicht mindestens ein Jahr in der Schweiz lebe. Aber die Bank hat mir ungefragt direkt zwei Kreditkarten ausgehändigt. Mit dem Überziehungsrahmen und der Hilfe meiner Mom konnte mein Bruder, ein Freund und ich auf die Suche nach etwas Wetterfestem gehen.

Die Rahmenbedingungen wurde neu gesteckt. Ein Fahrzeug das im Schnee klar kommt und mit der Berg und Talfahrt auch. Eins das mich bei Glatteis nicht im Stich lässt. Ein Fahrzeug, dass auch mit der Unfähigkeit anderer Autofahrer klar kommt. Also suchten wir.

Sowas zeiht sich immer hin. Man sucht Autos raus und wenn man was passendes findet stellt man fest, dass er schon verkauft ist. Dann schaut man sich das Fahrzeug an und stellt fest das die Hälfte der Infos falsch war etc.

2015-02-14 10.06.08 HDRAber wir wurden dann doch fündig. Seit gestern bin ich stolze Besitzerin eines Ford Maverick. Das ist ein Geländewagen mit Kuhfänger vorne und Verstärkung an den Seiten. Selbst wenn mir da einer rein rutscht sollte ich nicht mehr ernstlich verletzt werden. Hoffe ich.

Es ist aber auch eine krasse Umstellung nötig. Vorher konnte ich mit dem Smart praktisch überall durch wenn das Lenkrad durch kam *G*. Beim Mav muss ich aufpassen in der Mitte der Spur zu bleiben, da er so breit ist dass ich sonst Strassenschilder oder gar Fußgänger mit nehme. Man merkt, ich bin nicht oft wirklich große, breite Fahrzeuge gefahren.

Wo bleibt das Trans-Thema? Keine Ahnung. Ich lebe einfach. Beim Autokauf des Ford hatte ich es mir recht jungen Leuten zu tun. Aber auch hier oder gerade weil sie so jung waren gab es keine Spitzen, keine Ablehnung, nichts. Ich kam da hin als Frau, hab mir den Wagen angesehen. zwei Tage später gemeinsam zum TÜV zum Gebrauchtwagencheck machen und 4 Tage später holte ich den Wagen ab. Haben uns in der zeit prima verstanden. Entweder hat er es wirklich nicht gemerkt was ich mir nicht vorstellen kann, oder es war einfach kein Problem.

Ganz nebenbei habe ich auch einen Mann kennen gelernt, mit dem ab und zu was läuft. Nichts festes aber zum gemeinsam spass haben und einsame Stunden zu verringern genau das was ich gerade brauche. Jemand der mich in den Arm genommen hat, als ich vom Unfall erzählend wieder einmal feuchte Augen bekommen habe.

Es geht also schon. Nur nicht aufgeben und auf keinen Fall sich einigeln. Niemand wird an deine Tür klopfen wenn du nicht vorher eine breite Strasse zu deinem Haus gebaut hast… bildlich gesprochen.