Beiträge

Interview

Es ist schon eine ganze Weile her, bereits im November 2015 habe ich ein längeres Interview gegeben, das allerdings erst im März veröffentlicht wurde. Dieses findet ihr hier:

http://fabpeeps.mindscars.de/2016/03/16/mug-fab-peeps-007-jeanette/

Sommerschwitze

Der Sommer zeichnet sich immer wieder zwischen den Gewittern ab und es ist inzwischen recht warm geworden. Zeit mal über ein wahrhaft feuchtes Thema zu sprechen.

Frauen, also solche, die das Glück hatten von Geburt an mit dem richtigen Körper zu leben, schwitzen bekanntlich meistens nicht so sehr wie es die Männer in der selben Situation tun würden. Das liegt maßgeblich daran, dass Männer mehr Schweißdrüsen in der Haut tragen.

Wenn Frau nun das Pech hatte, bei der Körperverteilung falsch bedient worden zu sein, kann es passieren, dass sie der unangenehmen Situation ausgesetzt ist, mehr Schweiß zu produzieren als gesellschaftlich anerkannt wäre und die üblichen Deos kompensieren können.

So geht es mir zumindest. Wenn ich zu Fuß unterwegs bin und mich bewege ist meist alles ok, aber sobald ich zum halten komme, gehen die Schleusen auf und in Sturzbächen läuft mir das Wasser die Stirn herunter und legt im Nacken die Haare in eine Pfütze. Ihr könnt euch vorstellen, das dies mehr als unangenehm ist. Kein Makeup kann dem widerstehen und die Frisur, insbesondere wenn ich die Haare offen tragen will, ist schnell dahin.

Ich hatte mich informiert und medizinisch lässt sich hier eigentlich fast nichts machen. Einzig Salbei hilft hier. Aber die Mengen die man davon konsumieren müsste sind jenseits dessen, was noch als gesund zu bezeichnen wäre. Die Apotheke und ein paar freundliche Tips konnten mir aber nun helfen und in der Hoffnung auch anderen Leidensgenossinnen zu helfen schreibe ich diese Zeilen.

Ich verwende nun das „Odaban Spray“ und „Sweatosan“ Dragees, was jeweils 15€ kostet. In der Dragee-Dose sind 50 Stück enthalten.

Das Spray braucht nur einmal pro Woche abends auf trockene, saubere, nicht gereizte Haut aufgetragen werden. Ich habe die üblichen Stellen unter den Achseln und im Nacken eingesprüht. Außerdem habe ich ein Watte-Pad mit dem Spray benetzt und dann damit das Gesicht, Hals und Décolleté abgewischt. Da die Verwendung doch minimal ist und das Fläschchen so recht lange halten wird, ist der Preis ok. Die Dragees nehme ich derzeit jeweils morgens und abends eine. So komme ich auf 25 Tage.

Mein Resume nach ein paar Tagen:

Die Haut fühlt sich merkwürdig verschwitzt an, wenn man sie aber anfasst merkt man, dass sie völlig trocken ist. Nicht ausgetrocknet aber eben nicht verschwitzt wie üblich.

Es ist fast ein neues Lebensgefühl sich auch mal in heißeren Situationen wieder zu entdecken ohne permanent mit einem Taschentuch das Wasser von der Stirn wischen zu müssen. Es ist wirklich Großartig.

Da ich glaube, dass die Wirkung zu 95% vom Spray ermöglicht wird. werde ich sehen ob es die Dragees in Zukunft überhaupt noch braucht.

Ich hoffe der Einen oder Anderen hiermit einen hilfreichen Tipp gegeben zu haben.

FKK

Es ist Sommer. Bei 34° hat es mich Samstag wieder ins Freibad getrieben. Allerdings nicht nur mich sondern auch die halbe Stadt wodurch es unangenehm voll war. Da meine Partnerin schon drauf und dran war Heim zu fahren, schlug ich vor auf die andere Seite der Umkleiden zu gehen, wo FKK herrscht. Eigentlich ein totaler Horror-Vorstellung für die meisten Trans Menschen. Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch Stand, Gesinnung und Geschlecht. Ein Shorts an einem Mann und ein Badeanzug am einer Frau. Der Satz zeigt schon wie ich das meine. Aber komplett nackt? Da bleibt nur der Körper selbst um als Erkennungsmerkmal zu dienen.

Aber wir haben es schließlich gemacht. Haben unser Zeug zusammengepackt und sind in den ruhigeren, bei weitem nicht so überfüllten FKK-Bereich gewechselt. Dort angekommen platzierten wir unsere Sachen und zogen uns ganz aus.

Nervöse Blicke in alle Richtungen aber niemand guckte besonders. Alle waren schließlich nackt und niemand wollte begafft werden also taten die anderen Badegäste es auch nicht.

Plötzlich stellte sich ganz unerwartet eine totale Ruhe ein. Kein Verstellen war nötig. Einfach nur gelassen konnte ich mit der Situation umgehen. Hatte ich so nicht erwartet.

Der erste Gang dann völlig ohne Badebekleidung zum Schwimmbecken war schon etwas besonderen. Wir waren beide sehr aufgeregt und kicherten leise. Es war aber dann doch einfach nur angenehm.

Als Transfrau habe ich natürlich Merkmale die auffallen. Ich bin großer als andere Frauen, ein breiteres Kreuz, kaum Taille und unter den Brüsten jeweils eine immer noch weithin sichtbare Narbe. Der Genitalbereich birgt hingegen keine Besonderheiten mehr.

Aber es gab kein Getuschel, keine abwertenden Blicke oder ähnliches, wie ich es am allgemeinen Becken von den Jugendlichen gewohnt war.

Als meine Partnerin dann aber wieder arbeiten fahren musste, bleib ich allein im Bad zurück. Ab dann wurde es ein wenig seltsam.
Ein nicht ganz unansehnlicher Mann schickte sich an, nahe bei mit zu sein. Zuerst tauchte er in so einem Sitzkreis Whirlpool neben mir auf. Als der Sprudel abgeschalten wurde und ich am Beckenrand meine Beine im Wasser spielen lies, tauchte er neben mir sitzend auf. Dann gingen an ein paar im Wasser befindlichen Liegen die Massagedüsen an, wo wir prompt nebeneinander lagen. Ab da war ich mich nicht mehr so sicher ob es nur Zufall sei.

Später, als an den Liegen der Sprudel ausgeschalten wurde und ich noch im Becken herum schwamm, tauchte er wieder am Beckenrand auf und machte anstalten, jemanden zu suchen. Kaum gehe ich aus dem Becken merke ich, dass er auf der Wiese ein paar Meter weiter seinen Platz gefunden hatte und mich permanent anstarrte.

Ich wartete einfach nur ab und erwiderte den Blick ab und zu aber es passierte auch weiter nichts.

Bevor ich den Heimweg antreten wollte, ging ich noch einmal zu den Toiletten die meinen Liegeplatz vom Schwimmbecken trennten. Er dachte wohl dass ich noch einmal ins Wasser gehen wollten, denn als ich aus den Toiletten kam, lief er mir im Durchgang über den Weg.

Aber nun packte ich meine Sachen und machte mich zögernd auf den Heimweg.

Es half alles nichts, der mysteriöse Unbekannte war nicht zu einer Reaktion zu ermutigen.

Keine Ahnung was das war, ich seh es einfach mal als Kompliment.

Als wenn das nicht schon eine merkwürdige Reaktion genug gewesen wäre, ging es zwei Stunden später auf Facebook weiter. Ein Mann mit dem ich ab und zu bisher gechattet hatte schrieb mich nach drei Wochen Gesprächspause wieder an und berichtete, dass er im selben Bad war und eine Transfrau gesehen habe. Er beschrieb sie kurz und beichtete, dass er diese Person schon länger den Tag über beobachtet hatte. Nach der Beschreibung war diese Person unverkennbar ich selbst.

Zufälle gibts…

Im Nachhinein wird’s mir dann doch etwas mulmig wie mich jemand beobachten kann, ohne dass ich im Normalfall davon etwas mitbekommen hätte.

Reaktionen und Kommentare

Ab und zu erhalte ich Kommentare an meinen Beiträgen. Leider erscheinen die vermehrt in Facebook und nicht mehr so häufig hier, aber Hauptsache ich bekomme ein wenig Feedback.

Das Feedback kann aber sehr unterschiedlich ausfallen. Von Lob über zusätzliche Infos bis Kritik ist alles dabei. Das Meiste bekomme ich allerdings über das Kontaktformular. Da ich davon ausgehen muss, dass diese Schreibenden Personen nicht öffentlich an meinen Beiträgen erscheinen wollen, veröffentliche ich deren Posts auch nicht.

Aber es gibt auch solche, die an meinen Beiträgen kommentieren, deren Kommentare ich dann aber nicht veröffentliche. Eine ganze Reihe von Gründen können gegen eine Veröffentlichung sprechen:

  • Der User hat zu viel private Infos im Kommentar veröffentlicht und hat scheinbar nicht gemerkt hat, dass er das Kommentarfeld mit dem Kontaktformular verwechselt hat.
  • Der Kommentar ist unangemessen oder Themenfremd
  • Der Inhalt ist beleidigend oder in irgendeiner Weise ein Angriff gegen mich, Transsexuelle oder allgemein Randgruppen
  • Der  User versucht Werbung oder Spam zu verbreiten

Und dann gibt es noch eine Person, die hier immer mal wieder Kommentiert und deren Beiträge ich bisher nie veröffentlich habe weil diese Person schier wahnsinnig ist.

Aber nachdem diese Kommentare einige Monate gereift sind habe ich mich nun doch entschieden diese hier zu veröffentlichen. Da diese als Kommentar geschrieben wurden, verletzte ich damit auch nicht die Persönlichkeitsrechte wenn ich den Inhalt hier anhänge. Macht euch selbst vom Inhalt ein Bild. Neben Facepalming und Aggression lösen diese Beiträge hauptsächlich Mitleid bei mir aus.

Aber lest selbst:

Am Beitrag zu Jeanettes Verehrer geschrieben am 30.09.2013

Haha, ich frag mich grad selbst warum ich hier spam, langeweile. Ich fass kurz und knackig: Hab ja auch 2009 noch meine Prof´s und viel Papier gesammelt… Wörter wie FzM etc. spielen heute für mich kaum mehr Rolle, ich bin die bösse, zertrashte undergrund-assie-shemale from hell. Is heute relaxter als vor 40 Jahren, hart gesagt: Passing, Reeperbahn oder höflich beseitigt.
Bei deinen fav-charme-helden musste ich grinsen… das web erlaubt vielen weltweit anonymität, post bei ner Bekannten in Queensland was die “klassisch” ackert… und das Bombardement mit Pimmelbildchen, “me fuck u?” etc walzt in Richtung unschuldiger, unbescholtener Terror-Tgirls… und sogar zu mir xD

In vulgären Worten: Die meisten Transfans sind “selbst ein bissi Trans”, auf Arbeit prollen nur die wenigsten damit rum wo sie wem was oder wie verkehren/reinstecken… der Günter dem Jürgen oder die Henriette der Klara. Das ganze ist sure sad, witzig Fälle wo ein Umfeld das man eigentlich für trans-feindlichst oder homophobst halten muss… z.B. im tiefsten Bayern hält eine Gemeinde zur plötzlichen Priesterin… in Sachsen Typen mit Glatze und Swastika-Tatoos zu einer Schwester… “die ja immerhin kein Neger oder Schwul ist.” Das is halt typisch Mensch… und wo das tag “transsexuell” draufsteht ist das Stereotyp mit drin. Zur Nutte umgebaute Freudenschwuchtel die sich die Bude gern mit Penisbildchen tapeziert und dem charm eines galanten “me fuck u?” für 15€ einfach notgeiler Weise selbst nicht widerstehen kann. MzF ist bestimmt was ganz geil perverses das nur die Transen kennen… Dysphoria klingt nach irgendwas das man auf Drogen erlebt… und solange Du kein “No Men!” Sign dick und fett mit zwei mittelfinger up von Manu und Dich sogar für die blindeste Krücke sichtbar auf die Main packst schlurfen die notgeilen Hirnwichszombies zur Not sogar in´s Altersheim.

Ich schnack ja öfters von Schweden bis Queensland mit Schwestern die von Webcam bis Domina (meist selbst Webdesignerinnen) was in der horizontalen anstellen… ein comment und der shitstorm prasselt, ich mach mir öfter mal nen Scherz draus und zerleg das dämlichste fachgerecht um´s dann Publikum zu servieren.

Am Beitrag zu Brustaufbau OP-Termin bestätigt geschrieben am 30.09.2013

Hab letztes Jahr bei Dr.Köbisch/Arte Soma mal vorecheriert, ab die 320ml vorgeschlagen bekommen. Sieht bei einer Bekannten klasse aus, Sie wählte wie die Beispiele die ich sonst kenne ambulanten Aufenthalt, meine Doofnuss aus Heilbronx die auch nach 5 Tagen nach der GA “vollfitt” durchs Zimmer tobte nahms auch mit dem “stuttgarter Mieder” (korrigier mich) nicht so genau, zumindest nach dem was man sieht hatt´s Ihr keinen Abbruch getan. Witziger Fakt: Erstere Bekannte (GA.durch dr.v.Aahlen, Ergebniss Op sieht gelungen aus, sehr glücklich damit) hatte scheints null Probleme mit dem ganzen “legal-kram”… Ihr Alltagstest sieht man nicht nur im Web, erlaubte alle 3 Monate zwei Wochen Urlaub in Vegas, kurz Atteste abgestaubt, Hallo MDK, GA. Ca.10 Monate und der Kram war fast stressfrei quasi im Vorbeigehen geritzt. Bevor du auch neidest: Strassenkämpferin, zwei ältere Halbschwestern aber wir stehen “was Papierkram” angeht beide als “Oberschicht” im Vergleich. Wenn Sie Dir den Bounce drangeklemptnert haben: Das ist das Gegengewicht zum Arschwackeln, move it smooth chica, it ain´t tap dancin´ lassey.

Am Beitrag zu Fragen zur Reaktion in der Öffentlichkeit geschrieben am 25.03.2014:

Viel ist Haltungssache, Materie klingt irgendwie nach Matria? Der Mensch besteht zu 90% aus Wasser. Knochen regenerieren wie jede andere Struktur fortwährend. Knorpel sind flexiebel: Z.B. Das Sternum “Solar Plexus”, ich erinnere mich nicht exakt aber meine jeder einzelne Rippenbogen wird ähnlich eines Korsetts über einen Muskelstrang hin zur Wirbelsäule gehalten. Wie genau diese zu den Skapulae, Schulterblättern führen ist der Punkt den ich gerade selbst nicht vor Augen habe, unter diesen treffen Sie sich jedoch mit der Muskulatur der Arme. Angeblich hatt eine um zwei Ecken Bekannte Webdesign aufgegeben damit “Ihr breits Kreuz als Baumsteigerin was nutzt”. Irre. Ich habe selbst 09 in 12 Wochen von 95 auf 60kg abgenommen, das ist für mich ein verhältnissmässig kleines “Wunder”; Eine Texanerin die mit 18 noch Bodybuilling pumpte wirkt zumindest auf Youtube bereits zwei Jahre fast petite. Eine swedish-israelishe Bekannte überraschte mich erst ähnlich, zeigte jedoch scheinbar wie Perspektive und Haltung optimal zusammenspielen. Niemand kann irgendwas mehr als empirisch, aus gesammelter eigener und gelernter Erfahrung/Wissen absolut Er- oder begründen, nach dem was ich über die Jahre an Schul- und Tiefenpsychologie aufschnappte, an eigenen Erfahrungen beitragen kann meine Ich fast: Vielleicht sind Welt und Sein tatsächlich mehr Traum, Einbildung vielleicht als Es für die meisten gesund ist zu ahnen.

Ich trage bis heute kaum MakeUp, 2010 in Karlsruhe meine ersten 7cm Heels und war mit Mama am schnacken wohl zu beschäftigt um irgendwo abwertende Blicke bemerkt zu haben. Wenn erlebe ich subversievere oder direkt offensieve Diskriminierung: Beamte kennen Gesetze… einem Skinhead vor der Rofa sagt man: Mädels stehen drauf, wo man eine Hochsteckfrisur trägt ist man zu baff als man im Café von einem Eckelpunk besprungen wird; Eine rabiate Bekannte klährte die Situation ausreichend nachdrücklich. Du darfst lachen: Ich war anfangs sehr bammelig, hatte auf meiner ersten Kinky erst nicht viel mit Leuten zu reden, in einem Swingerclub in Sachsenheim interessierte ich mich am meisten für Buffet und Gogo-Pole, tingelte durch den Laden, sah was adrettes im Augenwinkel und stand vor ner “Bella Donna”. Der wie mir der Kiefer runterklappte, meinen Zebra-Bikini trug? Right: Narziss im Spiegel. Baff. 15min später immer noch nicht gerafft: Sowas wie ein Richard Gear flirtet mich an, bissi Geschmuse, irgendwann meint Er: Er hätte irgendwas nicht bemerkt, blieb perfekter Gentleman aber liess mich als “überraschte Überraschung” zurück. Als ich das erste Mal “Mass nahm”: Irgendwas 92/75/95: Was? Wirkt als Männchen “Normal bis schlank”, wirklich xxs war ich nur kurz nach dem Outingterror. Hmm, ich bin ja verrückt, erwähnt man nen Pickel: Boom. Trotzdem: Ich hab ET/Froschfinger… kann diese wie spinnen wirken lassen, dicke Adern laufen über exponierte Sehnen, die Knuckles wirken als könne man damit Glas schneiden. Adamsapfel hatte ich nie zu beklagen, eine Bekannte schmachtete meinen Lippen nach, meine Cheeks treten auf einem Schnappschuss so unreal drastisch hervor das meiste Plastic Fantastic fast arm dagegen aussieht. Zu einer Begebenheit pochten, pulsten diese sogar fast schmerzhaft. Ich probiere “Handmodel”: Bewusst versage ich. 30sec später schaue ich hin: Venen und Sehnen sind eingesunken, betont tuckige, demonstrativ kraftlose Haltung sorgt für enromen Effekt, der den ich mit 90% Wasser erklähre war: Von Nagelbett zu Fingerkuppe wirkten diese anmutig gerundet. Lang genug um zu staunen. Kann ich nicht erklähren, muss mich ja nicht mal selbst verstehen: Bin ich die Welt, Mutter Natur, n Mädel, Hexe oder n Beknackter? Glaube Freud würde meinen: Eine kollektive Halluzination allen Lebens bezeichnet sich: Realität. Und damit wären wir auch schon beim Resüme meines Geplappers:
Wir leben in einer Welt in der keiner nen Durchblick hatt, manche sehen kaum durchs Brett vorm Kopf, Statistik kennt Dunkelziffer, Spock Kink Stochastik immer einen letzten Schmetterlingsflügel/Faktor. Hormone bewirken den besagten Muskelabau [bis ca.30%], schwemmt Fettgewebe subtielerer aber mit krasserem Effekt als ich erwartete “in Figur”. Der Haupteffekt ist Zartere Haut, Haar “das Fühl-, riech und Schmeckbare”. Gender bewirkt radikalen Effekt, was Drag, Make & Dress Up bewirken sehen wir z.B. an ungeschminkten Stars oder RuPauls Casts.

Zitat Bekannter: “Schau Dir mal die Gewaltweiber auf den Ämtern an”, niemand vermutet jedoch darunter wirklich eine Transsexuelle. Beamte? Wir vermuten Alle das im zwischenmenschlichen wie z.B. schon bei blosser kontextueller Kommuikation ohne Emphatie quasie kaum irgendwer irgendwen verstünde. Wo die massivsten/ eckelhaftesten Traumata, z.B.: der sexuelle Missbrauch eines Kinds durch Eltern bekanntlicherweise oft Verdrängt wird… glaube ich man könnte quasi jeder Biofrau einreden Sie sei Transsexuell: Und exakt dadurch würden auch Andere das bald glauben. Ganz dummes Beispiel: “Alder guckst Du mich an oder was?”. Brachial ehrliche Antwort: “Nein. Du stehst vor der Uhr am Rathaus.”.

Positive Einstellung ist Alles, Lachen die beste Medizin.

Da ich auch nicht recht weiß wie ich damit umgehen soll währen konstruktive Kommentare hier sehr gerne gesehen

Fragen zur Reaktion in der Öffentlichkeit

Kürzlich wurde ich gefragt, wie ich mit Situationen klar komme, in denen ich mehr als der übliche Passant gemustert wurde und womöglich sogar den Spott von ein paar Jugentlichen auf mich gezogen habe. Letzteres passiert mir nicht mehr so häufig aber ein mal pro Jahr erwischt es mich dann doch. Hier nun mein Rat wie ich damit umgehe wenn ich schon aus der Distanz als merkwürdig wahrgenommen wurde und so das Getuschel und den Spott auf mich gezogen habe:

Wir Transfrauen geben uns alle Mühe weiblich gekleidet und geschminkt auf die Strasse zu gehen. Das setze ich jetzt einfach mal voraus. Dennoch haben wir Makel die wir nicht wegzaubern können. Körpergröße, Statur und Gangart sind untrügliche Merkmale dafür, das etwas nicht stimmt. Das reicht meist aus, dass Passanten genauer hingucken weil sie durch dieses ungewöhnliche Vorkommnis aufmerksam gemacht werden. Das passiert total unbewusst. Die Passanten „suchen“ nicht nach Merkwürdigkeiten an ihren Gegenübern sondern da schaltet das Gehirn unterschwellig auf „vorsicht“ wenn etwas nicht so ist wie es das gewohnt ist.

Wenn Frau nun etwas größer ist als üblich, die Schultern etwas markanter sind und die Gangart nicht von einem breiten Becken zeugt dann sind das schon drei Merkmale womit Frau die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Bei mir treffen zumindest die ersten beiden Punkte zu. Ich bin 1,89cm groß, lasse es mir aber meist nicht nehmen 4-7cm Absätze zu tragen. Dazu hab ich ein breites Kreuz. Das ich so auffalle ist ganz klar und bin ich zumindest was die Absätze angeht selber schuld. Aber wenn schon dann richtig 🙂

Was die Gangart angeht behelfe ich mir hier gerade mit den Absätzen. Absätze sorgen dafür dass du mehr Po-Spannung aufbaust und etwas mehr Schaukelst. Das kommt dem üblichen Hüftschwung einer Frau mit breitem Becken recht nah.

Woher ich das weiß? Ich bin quasi Laufsteg gelaufen und hab mich von guten Freunden beurteilen lassen und hab geübt 🙂

Also auch wenn du noch so weiblich gekleidet warst, von der Distanz ist die Silhouette doch als erstes zu sehen und wenn da auffällt dass die Schultern zu breit sind und du zwischen anderen Menschen etwas herausragst dann reichte das schon aus.

Was wir dagegen tun können?

Gar nichts. Rein gar nichts. Ich wünschte ich könnte da aushelfen aber Körpergröße lässt sich nicht verändern und ein breites Kreuz geht nur bedingt durch Hormone zurück (Muskelabbau). Das Einzige was hilft ist dazu zu stehen. stolz zu sein auf das was und wer du bist. Freude und Freundlichkeit ausstrahlen und damit glücklich sein so überhaupt leben zu können und zu dürfen. Ich meine in anderen Ländern ginge es uns wohl ziemlich dreckig.

Und eine positivie Ausstrahlung ist mehr wert als jeder Lippenstift 🙂

Ja ich erlebe es nahezu täglich das ich etwas genauer beäugt werde. Jung ob alt, Mann oder Frau. Aber eines weiß ich sicher. Wenn ich schlecht gelaunt war, duckmäuserisch mit krummem Rücken und einer miesen Fresse im Gesicht anzutreffen war, haben die Passenten deutlich negativer reagiert als wenn ich mit erhobenem Haupt, stolz und glücklich war. Was ich meine ist, auf jemanden der am Boden liegt lässt sich leichter treten als auf jemanden, der aufrecht steht.

Nimm dir das zu herzen. Auch wenn dein Tag nicht so dolle war, du eine schlechte Nachricht erhalten hast oder irgendetwas nicht so geklappt hat wie du es dir gewünscht hast. Zeige es niemandem! Du bist glücklich, du schaffst das. Alles andere und vor allem die Meinung anderer ist egal solange du dich wohl fühlst in dem was du tust und bist.

Mimose ich

Kürzlich verlinkte Michaela einen Beitrag vom WDR zum Thema „hochsensibel„. Ich hielt mich bis dato für recht einfühlsam und auch etwas dünnhäutig. Mir geht vieles oft deutlich näher als meinen Mitmenschen. Ich hatte das längst als „so bin ich halt“ abgehackt und mich damit abgefunden.

Nichtsahnend öffnete ich den verlinkten Selbsttest, den ich für einen der üblichen pseudo-psychologischen Tests hielt und klickte mich durch. Den Beitrag vom WDR hatte ich noch gar nicht gesehen und die Infoseite „Zartbesaitet“ hatte ich nur überflogen.

Das Ergebnis hat mich dann aber doch überrascht. Ich hatte die höchstmögliche Punktezahl und die dazugehörige Erklärung öffnete mir die Augen. Meine übermäßige Sensibilität zieht größere Kreise als ich dachte.

Nachdem ich die Beschreibungen nachgelesen hatte musste ich feststellen, dass fast alle Merkmale auch auf mich zutrafen.

Ich bin gerne unter Menschen die ich kenne und mag, aber schnell wird es mir zuviel. Ich fühle mich gezwungen, eingeengt und ziehe mich auch schnell zurück. Gleichzeitig empfinde ich das Verhalten anderer als ausgrenzend. Durch die Ausgrenzung bei Gesprächen mit mehr als einer Person werde ich hingegen schnell wütend. Aber um nicht anzuecken oder andere zu belasten behalte ich meine Gefühle meist für mich und fresse es in mich hinein. In den wenigen Situationen ich denen ich mich dazu geäußert habe hörte ich mehr als einmal „du spinst doch„.

Lärm oder vielschichtige Geräusche belasten mich extrem. Durch ein Einkaufszentrum oder den Supermarkt komme ich nur mit Kopfhörern. Ich schotte mich durch die Ohrstöpsel von den Geräuschen meiner Umwelt ab. Dies klappt aber eben nicht immer und so passiert es mir zum Beispiel regelmäßig in der Gemeinschaftsküche, wenn mehr als 4 Personen reden, dass der Lärmpegel mir zuviel wird und ich mich in ein leerstehendes Besprechungszimmer zurückziehe.

Menschen reden gerne mit mir, offenbaren mir ihre Sorgen und Ängste. Ich hab immer ein offenes Ohr für die, die es brauchen. Gleichzeitig habe ich aber Schwierigkeiten über meine Gedanken, Probleme und Sorgen zu reden. Selbst bei den ganz wenigen Menschen, zu denen ich einen guten Draht habe, hab ich immer ein Restgefühl, ich würde mich mit meinen problemen aufdrängen.

Emotionen schlagen bei mir sehr heftig an. Egal ob aus dem realen Leben wenn etwas passiert oder durch Film und Fernsehen. Dies wirkt sich inzwischen deutlich auf meinen Taschentuchkonsum aus. Dabei ist es egal ob etwas zum Lachen oder zum Weinen ist. Tränen fließen fast immer. Dies ist aber auch erst seit der Zuführung des Testosteronblockers so. Früher fühlte ich mich zwar so als ob ich vor lachen oder schmerzen weinen müsste, konnte es aber nie.

Einzig bei Gerüchen scheine ich nicht so anfällig zu sein.

Die genannten Merkmale die der Hochsensibilität zugesprochen werden erklären in der Summe so einiges, was gerade in der jüngsten Zeit mit mir passiert ist. Ich bin aus heiterem Himmel mit einer Person aneinander geraten. Ich hatte mich nur um das Wohl seiner neuen Freundin gesorgt und mich gefreut, dass es ihr mit dem neuen Partner gut ginge. Daraufhin wurde der Partner grob und nötigte mir sogar eine unangebrachte Entschuldigung ab, da mich diese Beziehung ja nichts anginge. Ich war offen und positiv eingestellt, hatte nur das aller Beste im Sinn und wurde so der geballten Wut einer frustrierten aber höchst aggressiven Person ausgesetzt. Dies hat mich noch fast eine Woche lang geprägt und schwingt immer noch ein wenig in meinem Hinterkopf nach.

Alles in allem komme ich damit mehr oder weniger gut klar aber ich wünschte mir oft es wäre nicht so anstrengend.

Der Test gibt abschließend Ratschläge, wie mit der Empfindlichkeit besser umzugehen sei. Ich kann nicht erwarten, das andere genauso denken und reagieren. Ich darf es nicht so persönlich nehmen wenn jemand nicht so aufmerksam und rücksichtsvoll ist wie ich es sein würde.

Oftmals, wenn mich wieder irgendetwas heftig erwischt hat wünschte ich mir mich einfach aus allem raus zu ziehen. Gestern erst, auf der Tanzfläche mich zur Musik bewegend kamen die Gedanken alle Brücken abzureissen, mich zurückzuziehen und mit niemandem etwas mehr zutun haben zu wollen. Wenn diese Gedanken stärker werden versuche ich dies sogar hin und wieder aber genauso schnell suche ich wieder Nähe und Anschluss.

Es ist nicht einfach in einer Welt voller Dornen zu leben wenn die eigene Haut wie Seide ist…

Ängste: Operation und dann?

Vor zweieinhalb Jahren begann mein Kampf mein innerstes Ich, allem Widerstand zum trotz, zu leben. Ich kämpfte gegen Unverständnis, Ablehnung, Ignoranz und behördliche Tücken. Sogar körperliche Gewalt musste ich abwehren nur um ich selbst sein zu können. Eine Lebensaufgabe die niemand, der nicht im meiner Haut steckt jemals ganz verstehen wird. Doch nun ist zumindest der behördliche Stress erledigt. Ich habe alle Unterlagen, rechtskräftige Dokumente die mich zumindest auf dem Papier vor jeder Diskriminierung schützen sollen. Aber auch die schützen dich nicht davor vom Hausmeister aus der Damentoilette geschmissen zu werden. Damit muss ich wohl leben.

Einer meiner angeborener Makel ist aber etwas, womit ich nicht ewig leben muss. In genau sechs Wochen ist es soweit. Ich werde die geschlechtsangleichende Operation, im Volksmund schlicht Geschlechtsumwandlung an mir machen lassen. Es ist ein sehr umfangreicher und schwerwiegender Eingriff. Der Schwellkörper wird zu großen teilen entfernt und was dann vom Penis übrig ist nach innen gefaltet. Die Eichel wird versetzt und zurechtgestutzt um fortan als Kitzler zu dienen. Die Eier werden entfernt und aus der verbliebenen Haut werden zum Teil die Schamlippen geformt. Dabei wird die Haut von innen so weit abgeschabt, das nichtmal Haarwurzeln darin zurückbleiben. Nur die Nervenbahnen bleiben hoffentlich erhalten. Die Prostata bleibt für das Lustempfinden an Ihrem Platz. Das alles zusammen nennt man dann Neo-vagina. Im ersten Schritt wird erst einmal alles angepasst, was innen im Körper sein muss. Für diesen Eingriff werde ich zwischen fünf und acht Stunden auf dem OP-Tisch liegen. Danach folgen zwischen zwei und drei Wochen stationärer Aufenthalt im Krankenhaus. Es muss sich zeigen ob alles gut verheilt, ich mit dem versetzten Harnweg problemlos urinieren kann und ob ich sonst mit allem gut klar komme. Ein Zurück gibt es dann nicht mehr.

Nach einer gewissen Zeit zum Verheilen muss ich für eine zweite Operation, die allerdings ohne stationäre Aufnahme erfolgt, noch einmal unters Messer. Dann wird das äußerliche Erscheinungsbild fertiggestellt. Laut Berichten und meinem ausführenden Arzt würde das Ergebnis in den meisten Fällen so gut werden, dass ein Frauenarzt die neugebildete Vagina nicht von einer so biologisch gebildeten unterscheiden kann. Hoffen wir mal das Beste.

Ob ich Angst habe? Ja habe ich. Aber nicht vor der Operation. Ich vertraue den Ärzten und die Erfolgsquote lässt mich vertrauen. ich hab nur etwas Angst vor dem Zugang, den sie einem vor der Operation in den Handrücken legen. Ich werd aber fragen ob sie das machen während ich schon sediert bin.

Sehr viel größere Angst habe ich aber vor dem was danach kommt. Wie gut komme ich mit der Veränderung klar? Ich mein im sitzen pinkle ich schon seit bald drei Jahren. Aber wie verhält sich das mit der neu gebauten Vagina? Frauen haben einen eingebauten Schutzmechanismus und monatliches „durchspühlen“ sorgt für die nötige Sauberkeit. Ich seh da schon Entzündungen und Pilze auf mich zu kommen nur weil ich mich selbst nicht richtig sauber bekomme. Und wie ist es mit der Feuchtigkeit beim Sex? Wird nun Gleitgel einen festen Platz auf meinem Nachtschränkchen einnehmen?

Auch habe ich meine Zweifel daran, wie gut mein Sexualleben nach der Operation noch mit meiner Verlobten sein wird. Wird ihr was fehlen, oder mir? Spielzeug ist nicht das wahre Leben. Ihr wird ganz sicher diese Energie fehlen, die Frau beim Sex empfängt. Und ich? Natürlich bin ich neugierig. Ich will auch wissen wie das ist das neue Ding mal richtig au zu probieren.

Wird das unsere Beziehung zerstören?

Der Gedanke meine Freundin, Verlobte, Lebenspartnerin könnte mal von jemand anderes angefasst werden schmerzt mich unfassbar. Ich bin monogam und treu, bis aufs letzte. Hätte sie mir was zu beichten, ich könnte es nicht ertragen sie noch um mich zu haben. Meine Treue könnte mich aber auch zerfressen. Neugier nach Lebenserfahrung aufzuwiegen gegen eine Beziehung ist sehr viel schwerer als man denkt. Man hat immer das Gefühl etwas verpasst zu haben. Und wenn man es dann doch ausprobiert verliert man etwas, was man womöglich nie wieder findet. Das Leben ist nunmal endlich und ich bin mir vollends im Klaren dass ich als Transsexuelle, so gut meine Tarnung auch sei, nie die selben Chancen haben werde wie die kleinen, zierlichen Frauen da draußen, einen Partner zu finden der mich wirklich glücklich macht. Ich müsste immer zusätzlich zur Aufgabe jemanden zu finden auch noch Toleranz- und Akzeptanzhürden überwinden.

Aber wer sagt das diese Erfahrungen nötig sind? Nur weil ich neugierig bin muss ich es nicht auch tun. Aber als Jungfrau zu sterben hatte ich auch nie geplant.

Ich merke, ich verheddere mich in einem Problem, dessen Lösung heute noch niemand absehen kann.

Bis zum 16. Oktober ist noch ein wenig Zeit. Zeit Bademantel, Sitzring und kuschelige Hausschuhe fürs Krankenhaus zu kaufen. Wer mich besuchen möchte möge mich doch einfach anschreiben.

777 Tage

Dank meinem kleinen Erinnerungstool hab ich eben erfahren, dass ich nun 777 Tage als Jeanette im öffentlichen Leben stehe.

Mit festem Stand im Job wie privat habe ich mich sehr gut eingelebt bzw. umgestellt. Alles geht gerade bergauf.

Das nächste kuriose Jubiläum ist dann nach 7 Jahren, 7 Monaten und 7 Tagen. Genug Zeit für noch mehr Veränderungen und endlich ein bisschen leben.

Wiedersehen

Im April 2010, kurz nach meinem Outing, habe ich mir die Haare femininer machen lassen und hatte sie rötlich gefärbt. Damals traf ich auf zwei Mädchen, die mir widerliche Begriffe hinterher riefen. Das war kein schönes Erlebnis.

Heute traf ich wieder auf diese zwei Gören. Aber mit dem Unterschied, dass sie mich garnicht wahr nahmen, obwohl ich ihnen in der Bahn direkt gegenüber stand.

Schön, dass fast zwei Jahre genug Veränderung mit sich gebracht haben um diesen Anfeindungen keine Angriffsfläche mehr zu bieten.

600 Tage

Seit genau 600 Tagen lebe ich nun vollwertig als Frau in der Gesellschaft. Meiner Wahrnehmung nach fällt kaum jemandem noch auf das nicht alles ist wie es scheint. Ich hab den Zähler für die Lebenstage damals eingerichtet um mir selbst zu zeigen was ich schon geschafft habe. Nun kann es kaum noch besser werden. Wie lang soll ich noch zählen? Wie lang muss ich mir noch vorhalten was ich geschafft habe und was noch vor mir liegt?