über mein Leben

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Das erste Mal

Nach längerer Schreibpause hab ich endlich wieder etwas zu berichten. Wie es der Titel schon aufzeigt, war letzte Nacht eine ganz besondere Nacht.

Das erste Mal eine sexuelle Erfahrung aus der Perspektive der Frau mit einem Mann zu erleben, hing schon mehrere Jahre in meinem Hinterkopf als erstrebenswerte Erfahrung fest und so war es letzte Nacht endlich soweit.

Für den Einen oder Anderen mag das Folgende vielleicht zu intim sein, daher seist du, lieber Leser hiermit gewarnt!

Ich war schon länger auf der Suche nach einem passenden Kandidaten.

  • Er sollte nicht zu nah im eigenen Freundeskreis verwurzelt sein als dass es Implikationen geben könnte.
  • Er sollte vertrauensvoll sein, so dass ich keine Angst haben müsse.
  • Er sollte aber auch erfahren und vor allem aufgeschlossen mir gegenüber sein da ich eben doch etwas komplizierter bin.

Diesen Kandidaten fand ich und es ergab sich nun dass ich gestern bei ihm zu besuch war. Es lief Musik die uns beiden gefiel und wir tranken zusammen Hugo und unterhielten uns über unsere Vergangenheit.

Anfangs über die Ecke der Couch getrennt lagen wir bald nebeneinander und küssten uns. Als es intimer wurde zogen wir von der Couch ins große Bett um. Nachdem wir uns unserer Kleidung entledigt hatten wurde es heiß. Ich verwöhnte sein bestes Stück mit der Zunge. Mein Zungenpiercing entfaltete seine Wirkung nicht zu knapp. Als es soweit war fragte er mich, ob wir ein Kondom benutzen sollten. Dem stimmte ich zu. Ich verteilte etwas Gleitgel und so konnte es los gehen. Und just in diesem Moment schlug die Nervosität dieser ersten Tat zu und so verließen Sie ihn und seine Manneskraft. Anfangs noch über mir massierte ich ihn doch es half nichts. Er half selbst nach und nach einigen anregenden Bissen in den Nacken und Kratzen über den Rücken konnte es endlich los gehen. Das Kondom lag inzwischen in der Ecke. Ich meinte zu Ihm wir können es auch ohne versuchen. Ein weiterer Tropfen Gleitmittel half und er drang in mich ein.

Wie schon bei meinen Übungen spürte ich auch hier wenig davon. Ich spürte die Bewegung, aber in mir drin nur sehr wenig. Ich fing an nachzuhelfen, während er tat was Männer so tun. Und es wurde für mich immer besser. Er lag fast flach auf mir drauf so dass ich meine Hand aus meinem Intimbereich nahm und hoffte, seine Berührungen oberhalb des Eingangs würden mir zum erhofften Höhepunkt verhelfen. Dies war leider nur fast der Fall als er in mir kam.

Er zuckte, ich stöhnte und schon war es vorbei.

Danach kuschelte ich mich an ihn und genoss die Wärme und die Energie. Nach einer Weile fühlte ich ein sehr merkwürdiges Gefühl als es wieder raus kam. Ein Taschentuch half auch hier.

Meine Erwartungen zum ersten Mal waren ursprünglich sehr nüchtern. Das erste Mal würde nicht so toll werden. Das zweite würde schon besser sein und ab dem dritten Mal würde anfangen Spass zu haben.

Nun muss ich sagen, es war sehr viel besser als ich es erwartet habe. Ich kann mich glücklich schätzen einen Partner fürs erste Mal gefunden zu haben, der so sanft und rücksichtsvoll mit mir umgegangen ist.

Leider konnte ich nicht übernachten und so fuhr ich noch in der Nacht nach hause. Am nächsten Tag, ich hatte mich inzwischen Geduscht und die Haare gewaschen aber dennoch ist da eine Sache die bleibt. Mein Unterbewusstsein ruft die vergangene Nacht immer wieder wach in dem es mir vorgaukelt ihn zu riechen. Das ist sehr verwirrend aber auch erregend.

Das erste Mal mit 32 Jahren zu erleben ist sicher etwas anders, als Frauen es üblicherweise zwischen 15 und 19 erleben. Vielleicht habe ich es etwas bewusster und intensiver erlebt da es nicht dieses jungkindliche Verbotene mit sich trug. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung.
PS: ich hab hier ganz bewusste die Dinge umschrieben, um nicht in euren Spam/Schmuddel-Filter zu geraten.

Vierjähriges

Eigentlich schon vorgestern am 6. April feierte ich mein vierjähriges neues Leben. Es ist wieder ein Jahr vergangen. Ein Jahr mit Brustaufbau und einer zweiten Korrektur-OP.

Das Leben geht weiter.

Ich verändere mich gerade persönlich recht stark, da ich keine Lust mehr auf ewig den selben Alltag und die selben Leute habe.

Danke an alle, die mir hier geschrieben haben oder die Beiträge kommentieren. Danke an alle die mich unterstützen, mir zureden weiterzumachen, auch wenn nicht alles Gold ist was glänzt.

Endlich Fertig

Letzten Freitag hatte ich wieder einen Nachuntersuchungstermin in München. Dieses Mal sollte geklärt werden warum bei der letzte OP so schlecht gearbeitet wurde und ob daraus hervorgehend eine weiter Operation nötig werden würde.

Aber wie es schon der Titel sagt war es das. Keine weiteren OPs.

Das Ergebnis ist, wenn ich aufrecht stehe und von vorne „begutachtet“ werde etwas schief. Die linke Seite hat einfach mehr Material unter der Haut und schiebt die Schamlippe zur anderen Seite, wodurch alles schief wirkt. An der Tiefe lässt sich jetzt nichts mehr ändern aber durch stärkere Dehnübungen kann ich noch etwas raus holen.

Ich habe ein paar Tage gebraucht um es für mich zu entscheiden aber ich denke ich bleibe dabei. Ich warte jetzt ein Jahr ab bis alles gut abgeheilt ist. Danach gehts zur nächsten Nachuntersuchung bei dir wir prüfen, ob die Knubbel unter der Haut endgültig verschwunden sind.

Mein Arzt rät mir von einer weiteren OP ab wenn ich mich mit dem aktuellen Zustand anfreunden kann.

Alles in Allem bin ich von der ganze GaOP etwas enttäuscht aber dennoch zufrieden. Es hätte besser werden können aber auch viel schlimmer. Die Einweihung steht auch noch aus. Danach werde ich auch berichten wie es war 🙂

Medizinische Spätfolgen durch die Transition

Vorweg, ich habe mich zu dem Thema noch nicht ausgiebig informiert wenn gleich es eh schon wenig Informationen dazu gibt. Aber ich möchte den Stein ins Rollen bringen das sich auch andere mit dem Thema beschäftigen.

Wir, die Transsexuellen, also auch ich haben das Problem, im falschen Körper geboren worden zu sein. Also in meinem Fall einem Körper der männliche Merkmale hatte. Ich habe Hormone zugeführt, männliche Hormone durch Medikamente unterdrückt. ich habe mich vier mal auf dem OP-Tisch einer Vollnarkose ausgesetzt und operieren lassen. Außerdem trage ich Schuhe die nicht für so große und damit schwere Menschen gedacht sind.

All das ist schon eine ziemliche Last für meinen Körper. Ich frage mich nun, wie sieht meine Zukunft aus? Die Hormone haben den Haushalt meines Körpers ganz schön durcheinander gewürfelt. Die Operationen sind gut verlaufen und ich habe mich erholt. Narben bleiben aber dennoch. Durch hochhackige Schuhe ist meine Körperhaltung besser geworden, ich stehe gerader, aber was halten meine Füße davon?

Zu Füßen gibt es ausgiebige Studien und gruselige Fotos vom Ortopädden zeigen, dass Frauen wirklich viel in kauf nehmen um auf ihren zu hohen Schuhen aufsehen zu erregen. Sie zwängen ihre Füße in viel zu kleine Schuhe wenn es diese nicht in ihrer Größe gibt. Ignorieren die angeborene Fußform zugunsten eines Designerschnitts der bestenfalls einer Schneiderpuppe passt.

Aber die Schuhe sind in meinem Fall wohl eher die Harmloseren Faktoren.

Wie wird sich mein Körper in den nächsten 30 oder 40 Jahren noch verändern? Bin ich weiterhin der Alterung eines männlichen Körpers unterlegen oder werde ich älter, so wie Frauen allgemein?

Mal ganz davon abgesehen, dass nur wenige Vorfahren eines natürlichen Tod gestorben sind. Meine Familie väterlicher und mütterlicher Seits hat schon über Generationen hinweg mit Krebs zu kämpfen. Meine Mutter macht gerade Chemo, mein Vater ist dem Krebs bereits vor 13 Jahren erlegen.

Ich muss dem realistisch sein. Ich habe jetzt noch 10 bis 15 Jahre eine halbwegs glückliches Leben bevor mich das alter und womöglich der Krebs erwischt.

Und hier meine Fragen an euch:

  1. Wie geht ihr mit so einer Perspektive um?
  2. Kennt ihr Studien zum Altersverlauf von Transfrauen?

Trans* Goth

Man konnte es bisher schon heraus lesen. Ich lasse mich nicht ausgrenzen, ich lebe mein Leben wie ich es für richtig halte. Aber dennoch halte ich mich vom Mainstream fern. Die Partymeile der Innenstadt ist bisher nichts für mich gewesen. Zu sehr hatte ich Angst von einem Türsteher abgewiesen zu werden.

Ich fühle mich sowieso eher in der schwarzen Szene zuhause. Als Goth oder Gothic bewege ich mich darin seit ich 17 bin. Zuerst in München, später in Karlsruhe und Stuttgart. Allerdings hab ich vor meinem Outing und dem vollständigen Leben in meiner wahren Rolle nie Anschluss gefunden. Dies änderte sich in Stuttgart schlagartig.

Cyber GothZugegeben, ich hab mir am Anfang etwas auf die Sprünge geholfen. Ein rotes Korsett, bei dem ich die Schnürung gegen einen rot leuchtenden, elektrischen Draht getauscht hatte, zog die Menschen wie magisch an und so kam ich schnell ins Gespräch.

So nahm meine Entwicklung in der schwarzen Szene rund um Stuttgart ihren Anfang. Die Sammlung an Outfits wuchs. Schon sehr früh war ich besonders in der Nische der Cyber-Gothics unterwegs. Diese zeichneten sich nicht durch schwarze Gedanken aus sondern praktizierten eine ausgesprochene Partykultur. Ich lernte die verschiedenen Tanzstile erstaunlich schnell und konnte mithalten.

Gruppenfoto im ParisIch fühlte mich befreit und konnte nach Herzenslust tanzen. Die elektronische Musik ist genau meins und ich war einfach nur Glücklich nicht mehr meine Freizeit in den eigenen vier Wänden verbringen zu müssen.

Und wie man weiß sind glückliche Menschen anziehend. So fand ich schnell dauerhafte Freunde und auch meine Partnerin. Aber nichts ist für die Ewigkeit. Freunde kommen und gehen aber nie war meine Vergangenheit ein Thema. Ich wurde immer voll und ganz akzeptiert wie ich bin.

2013-06-22 20.55.13 - bearbeitetInzwischen habe ich das Gefühl alle wichtigen Menschen der schwarzen Szene zu kennen. Alle DJs der unterschiedlichen Veranstaltungsreihen und einen Großteil der Gäste. Selbst die Bedienungen hinter der Theke grüßen mich wann immer sie mich sehen, auch außerhalb der Clubs. In einer Gesellschaft die Aussenseiter unterdrückt und am liebsten wegschließt, habe ich endlich das Gefühl dazu zu gehören.

Wenn ich gefragt werde, wo man als Trans* so hingehen kann, sage ich immer „überall hin“. Wenn du nur du selbst bleibst, ohne anderen zu gefallen und ohne dich Klischees hin zu geben. Nur so wirst du akzeptiert, egal wie du aussiehst und egal welche Vergangenheit du mitbringst.
Ok, auf nen Kirchentag oder zu einer Balkanparty würde ich jetzt doch nicht raten aber das versteht sich von selbst. 🙂

Reue

Vor drei Wochen hat sich jemand auf mein Blog verirrt und einen Kommentar hinterlassen.

„Hier falls die “Reue” doch noch kommt: sexchangeregret (dot) com“

Wieso schreibt man mir so was? Es geht um das Bereuen, den Geschlechterwechsel vollzogen zu haben.

Wer setzt bitte so eine Webseite auf? Das kann doch nur eine sehr zu bemitleidenswerte Kreatur sein die selbst den Wechsel versucht hat und gescheitert ist, oder? Wer sonst hat einen so großen Hass auf alle, die ihr/ihm versucht haben Mut zuzusprechen zu sich selbst zu stehen? Hat die Umwelt schlecht reagiert? Hat das eigene Nervengerüst nicht stand gehalten? Wieso muss man dann auch noch anderen ihre Entscheidung verleiden? Wir haben’s es mit Rechtsprechung, Krankenkassen und allgemeiner Politik schon schwer genug. Die Gesellschaft ist im Wandel aber wenn sich auch noch Personen aus unseren Reihen gegen uns stellen wird’s hässlich.

Deprimierte Autos

Dafür dass ich bin wie ich bin, dass ich hier auf der Webseite so offen damit umgehe und einfach so bekomme ich häufig Lob für meinen Mut und Menschen sprechen mir ihren Respekt aus.
Ich bekomme häufig sowas zu hören wie „ich könnte das ja nicht“ oder „toll dass du dazu stehst, gerade in unserer Gesellschaft“.

Und dann kläre ich auf dass ich eigentlich nur sehr wenige Probleme mit der Gesellschaft habe. Im Alltag merke ich von der allgemein negativen Haltung gegen Transsexuelle wenig. Das liegt aber wohl auch daran dass ich mich eingefügt habe in mein Leben und kein Paradiesvogel bin und jedem Problem aus dem Weg gehe.
Ich habe meinen Weg zur Arbeit und meine Szene in der ich Party mache. Vom Trubel des Mainstream und der Schickeria der Innenstadt halte ich mich meist fern.

Aber auch ich habe meine schlechten Tage an denen nichts klappt, mir einfach nicht zu helfen ist und ich mich am liebsten unter meiner Bettdecke verkrieche und niemanden sehen will.

Hier nun mein Depri-Beitrag zum Leben als Transsexuelle mit einer Metapher aus der Autowelt:

Ich bin ein Käfer. VW Käfer. Ich war klein, rund und nicht so laut wie die anderen großen Autos. Aber ich habe immer funktioniert. Aber ich hatte einen Traum. Einmal ein Sportwagen sein. Groß, laut und rassig. Ich fuhr also in eine Werkstatt. Ein wahrer Künstler hat stundenlang auf meine Karosserie ein geschlagen. Jetzt sehe ich aus wie ein Sportwagen. Ich bin zwar kein Ferrari geworden aber immerhin ein Porsche. Ein verbeulter Porsche. Die anderen Porsche sehen mich mitleidig an und nehmen mich manchmal auch zu einem Autotreff mit. Aber ich bin immer der Letzte in der Schlange. Ersatzteile gibts für mich natürlich auch keine. Niemand möchte mit mir über importierte Ersatzteile Reden. Aber die Porsche Teile passen nicht wirklich unter meine Karosserie. Die Vertragswerkstatt schickte mich auch wieder weg. Meine Rohre haben Risse, mein Tank ist leck geschlagen und meine Karosserie klappert.
Und im Sprint da versage ich.
Ich war mal ein Käfer. Heute bin ich, ja was bin ich eigentlich? Ein Mitläufer in einer Welt die mich nicht haben möchte?

Ja, auch bei mir läuft nicht immer alles super aber ich bemühe mich. Habe Freunde gefunden die mir beistehen und Kollegen die mir Mut zusprechen.
Sei konsequent, bemühe dich, dann kannst du alles erreichen.

Bist du echt?

Heute mal was ganz anderes. Obwohl ich verlobt bin dachte ich mir nach meiner letzten Operation und der darauf folgenden Zeit zuhause, ich könnte mich mal erkundigen was sich seit damals, als ich noch solo war so getan hat. Die Zeit der Depressionen war auf ihrem Höhepunkt und die Werbung aller Orts überschlug sich mit Lobpreisungen für Diverse Chat-, Flirt- und Partnerbörsen.

Meine letzte Partnerin hatte ich über Friendscout24 kennen gelernt und diese Beziehung hatte auch 2,5 Jahre gehalten. So bin ich diesen Plattformen im allgemeinen nicht abgeneigt. Was sich mir allerdings nun bot war erschreckend. Aber der Reihe nach.

Über Google fand ich eine Vergleichsseite, die verschiedene Flirt- und Chatportale an Hand von Funktionen und angeblichen Nutzerzahlen verglich. Ich versuchte es der Reihe nach bei vier der am besten bewerteten Portale.

Ich registrierte mich, füllte die obligatorischen Daten zu meiner Person und was mich interessiere aus und landete danach immer auf der Hauptseite. Ich hatte noch gar nicht alle Funktionen zu dem jeweiligen Portal entdeckt da schrieben mich immer eine Person an. Welch Wunder, sein Profilfoto passte zu meinen Interessen und so begann die Unterhaltung. Allerdings kam mir die Unterhaltung sehr einseitig vor, da ich mehr gefragt wurde als an Information vom Gegenüber zurück kam. So kam in mir der Gedanke hoch es könnte sich um einen Bot handeln. Also eine Maschine die so tut als sei sie ein echter Mensch. Ich versuchte ihn aufs Glatteis zu führen was auch prompt klappte. Unvermittelt schieb ich so etwas wie „morgen fahre ich nach Berlin und Tortias sind auch toll“. Er verfing sich sofort in der Ortsangabe und lobpreiste die Stadt. Nach zwei weiteren Mitteilungen wusste der Bot sich nicht mehr zu helfen und versuchte auf ein anderes Thema zu schwenken aber darauf ließ ich mich nicht ein. Ich brauch also den Chat ab und sah mich um was das Portal noch so bot. Es lief aber immer darauf hinaus, dass ich erst Geld überweisen sollte um selbst ein Gespräch zu eröffnen. Außerdem würde auch erst nach der erfolgten Transaktion mein Profilbild freigegeben. Da ich mich ja nur zu recherchezwecken umsehen wollte ließ ich es bleiben und versuchte es beim nächsten Portal. Aber auch hier ähnliche Resultate. Nur ein einziger, am besten Bewerteter Probant konnte angesprochen werden, für alle weiteren müsse ich meine Kreditkartendaten hinterlegen. Wie sich herausstellte war auch diese eine „Person“ nur ein Bauernfänger. Ich konnte „Hallo“ sagen und mehr nicht. Statt seine Antwort lesen zu können wurde ich wieder auf das Rechnungsdatenformular verwiesen.

So erging es mir mit allen vier Portalen. Ich gab entnervt auf. Das Geschäft mit der Sehnsucht nach einem Partner scheint groß zu sein. Egal was man machen möchte, man wird sofort zur Kasse gebeten. Rückgaberecht ausgeschlossen. Selbst bei dem letztes jahr so groß gehypten Portal in dem Frauen Männer „shoppen“ hat sich alles auf Geldverdienen umgestellt. Frauen können zwar Männer begutachten, aber um diese ansprechen zu können müssen auch hier erst echte Euros fließen. Dahin sind die Zeiten in denen Nur die Männer zahlen und die Frauen es sich aussuchen können.

Etwas entnervt habe ich die Geschichte damit sein lassen.

Wie geht ihr mit so etwas um? Zahlt ihr? Ist die Frustration jemanden auf der Strasse, im Club oder im Aufzug kennen zu lernen so groß dass ihr lieber diesen zwielichtigen Firmen das Geld nach werft statt es weiter zu versuchen?

Bitte schreibt doch mal wie es euch ergangen ist. Egal ob Erfolgsgeschichte oder Tränendrücker.

Krankenhausbericht zur GaOP III

Am Neujahrstag reiste ich wieder einmal nach München-Bogenhausen, um eine weitere Korrektur vornehmen zu lassen. Dieses Mal musste ich die Zeit leider alleine überstehen, da meine Freundin selbst arbeiten musste. Nach rund drei Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln kam ich gegen 13 Uhr an der Klinik an. Nachdem ich ohne Frühstück angereist war bekam ich glücklicherweise noch ein Mittagessen. Dies war dann auch mein letztes Essen vor der Operation. Dann kam meine Zimmergenossin an und wir bezogen unsere Betten. Ich hatte mit ihr gemeinsam den Termin gemacht, da sie aus Berlin kam und wir uns sonst nicht hätten sehen können. So verbrachten wir gemeinsam unsere Zeit auf einem Zimmer.

Die Vorgehensweisen in der Klinik hatten sich wohl zum neuen Jahr hin verändert. Wir bekamen ein Einmalklistier und einen umfangreichen Fragebogen in dem der Doktor wissen wollte, wie es mir unseren bisherigen Operationen ergangen war.

Meine Operation sollte am 2. Januar gegen 14:30 Uhr statt finden. Etwa kurz vor 3, ich hatte meine Wertgegenstände und auch meine Uhr in den Save geschlossen, wurde ich abgeholt. Statt wie bei den letzten beiden Malen musste ich nicht selbst bis vor den OP laufen sondern wurde samt meinem Bett ins Erdgeschoss befördert. Den Zugang in die linke Ellbeuge zu finden fiel wohl nicht so leicht denn nach 2 Stichen gab die Schwester auf und verpasste mir den Zugang in den rechten Handrücken. Alles Dauerte ziemlich lang aber ich kann mich nicht mehr erinnern was zuletzt war bevor ich eingeschlafen bin.

Medizinischer Teil, Ihr seid gewarnt

Ihr wolltet wissen warum ich mich ein drittes Mal auf den OP-Tisch legen wollte, hier die nachgereichte Erklärung:

Wenn es der Arzt für nötig erachtet, kann zusätzlich zur umgestülpten Penishaut noch zusätzlich ein Stück der Haut des Hodens eingenäht werden, um die tiefe der NeuVagina zu erhöhen. Dies kann durch einen kleinen Penis, geschrumpfte Haut durch die Hormone oder durch die vorangegangene Beschneidung nötig werden. Bei mir traf letzteres zu, da ich in Kindesalter aus hygienischen Gründen beschnitten wurde. Man stelle sich das so vor, dass die Penishaut wie eine Röhre nach innen umgestülpt wird. Statt das Ende einfach so zu zu nähen, wurde hier wie ein Deckel ein kreis rundes Stück Haut angenäht. Bei mir hatte sich wohl beim entfernen des Stends die Haut rund um diese Naht von umliegenden Gewebe gelöst und somit aus dem Deckel eine Tasche gebildet. Dies zu korrigieren und aus meinen bisher 12cm Tiefe etwa 16cm zu machen war der Hauptgrund für die Operation. Wenn das nicht nötig gewesen wäre, hätte ich es wohl damit bewenden lassen. Aber wenn ich eh schon auf den Tisch muss sollte mir Dr. Liedl doch bitte auch die etwas zu groß geratenen äußeren Schamlippen so zurecht ziehen, dass sich innere Schamlippen bilden und die äußeren in einer annehmbareren Größe wieder finden. Dies hat auf der rechten Seite auch gut geklappt. Die Linke Seite hat er allerdings komplett versaut weswegen ich womöglich noch ein viertes Mal vorbei schauen muss. Es scheint hier gerade so, als hätte er die Haut aufgeschnitten, das überschüssige Fettmaterial wie besprochen entfernt aber dann vergessen die Schamlippe selbst zu kürzen. Der Unterschied zwischen den beiden Schamlippen ist so eklatant dass ich hier mich genötigt fühle das Wort Pfusch in den Mund zu nehmen. Ich kann mir die Linken Schamlippe über die recht drüber legen und komme fast bis zum Oberschenkel. Das kann man doch nicht übersehen haben. Zu allem Überfluss ist der zu groß geratene Hautlappen dunkelblau angelaufen. Stellenweise war sie sogar so dunkel dass ich mir Gedanken machen musste ob die Haut hier anfängt abzusterben. Stand heute, 10. Januar, bin ich entsetzt und würde am liebsten direkt wieder zurück nach München fahren um das korrigieren zu lassen.

Weiter gehts mit dem Aufenthalt in der Klinik

Im Aufwachraum kam ich zu mir. Kein Schwindelgefühl und auch keine Übelkeit. Prima, die Anästhesie hatte meinen Wunsch wahrgenommen und mir wohl etwas gegen die Übelkeit vom letzten Mal gegeben. Meine Zimmernachbarin, die nur 15 Minuten vor mir abgeholt wurde lag auch schon hier und wurde kurze Zeit später schon abgeholt. Ich erwischte aber wohl einen sehr geschäftigen Moment so dass die Pfleger mich nicht auf mein Zimmer bringen konnten. SO lag ich noch über 1,5 Stunden im Aufwachraum und hörte der Senseo-Kaffemaschine der Schwestern zu wie sie sich ihren Kaffee im Nebenraum machten. Vor mir ein riesiges Panoramafoto der Frauenkirche mit den Alpen im Hintergrund. Muss wohl während Fön gemacht worden sein, denn sonst sieht man die Alpen nicht so gut.

Dann kam ich endlich zurück aufs Zimmer und erhielt sofort mein Abendessen aus Brot und Schinken. Ich sollte zwar langsam machen aber der Hunger trieb’s rein. Direkt nach dem Essen fiel ich in einen traumlosen Schlaf der erst vom Geklapper des Frühstückswagens jäh beendet wurde.

Ab dann wurde es sehr eintönig. Frühstück um 7, Mittagessen um kurz vor 12 und Abendessen schon um 17 Uhr. Dazwischen vertrieben wir uns die Zeit mit heftigen Diskussionen, Hörspielen oder TV-Serien die ich mir auf meinem Notebook ansah.

Am 5. Januar, mir wurde morgens schon gesagt dass ich am nächsten Tag nach Hause gehen dürfe, fiel mir dann endgültig die Decke auf den Kopf. Ich sprang unter die Dusche, kleidete mich vernünftig ein und fing an durch die Gänge zu laufen. Weit kam ich allerdings nicht denn schon an der Tafel mit dem Fotos der Diensthabenden Schwestern wurde ich von einer anderen Patienten angequatscht und ehe ich mich versah befand ich mich in einer Gruppe von drei Männern und zwei Frauen und wir unterhielten uns prächtig. Für den Anfang reichte die jeweilige Leidensgeschichte, die uns an diesen Ort gebracht hatte um das Eis zu brechen und so verbrachte ich meinen letzten Tag unter wirklich sehr netten und sehr unterschiedlichen Menschen die sich viel zu erzählen hatten. Der Tag verging wie im Flug. Wir tauschen noch die Kontaktdaten aus und dann war der Spuk auch schon wieder zu Ende.

Am 6. Januar erhielt ich noch Frühstück und Mittagessen bevor ich die Klinik verlassen durfte. Meine Zimmergenossin und ich machten uns auf den Weg in die Münchner Innenstadt. Sie war aber noch nicht entlassen worden aber wenn man sich fit genug fühlt und vor allem keinen auffälligen Katheterbeutel mehr mit sich herumschleppen muss darf man die Klinik zeitweise auch verlassen. Wir tranken noch eine heiße Schokolade in der nähe vom Hauptbahnhof und liefen ein wenig die Fußgängerzone hinunter bis ich zurück ans Gleis und in meinen Zug steigen musste. Es war kaum was los, so dass ich ein 6er Abteil für mich alleine hatte. Schuhe aus, Beine hoch und Lautsprecher an. Es war eine angenehme Rückreise.

Kurz bevor ich in Stuttgart meinen Koffer aus dem Zug wuchten musste rief ein guter Freund an und lud mich zum Abendessen in der Stadt ein. Ich schloss meinen Koffer in ein Schließfach am Hauptbahnhof ein und wir fuhren zum Vapiano. Zwei Stunden später und wohl genährt kam ich zum Hauptbahnhof zurück und wollte meinen Koffer abholen. Auf der Anzeige stand 1€. Da ich nur 2€ Stücke in meinem Geldbeutel fand, fragte ich ein paar Passanten mir diese kleiner zu wechseln. Als ich wieder am Automat stand gingen alle Lichter aus. Als diese wieder an gingen hieß es plötzlich 2,50€. Ich steckte den Schlüssel ein, schmiss das Geld ein wofür ich nochmal bei einem Passanten wechseln musste. Als die gewünschte Geldmenge erreicht wurde körte ich ein Mechanisches Geräusch aus dem Automaten. Der Schlüssel wurde um wenige Grad gedreht und das wars. Der Schlüssel konnte nicht weiter gedreht werden und die Anzeige stand auf „Besetzt“. Die Tür ging auch nicht auf. Da stand ich nun. Mein letztes Kleingeld in Automatenschlitz versenkt aber ohne Koffer. Da Feiertag war die Sicherheit nicht besetzt, so dass ich an einen DB Schalter musste und etwas panisch mein Problem erläuterte. Ich musste ja davon aus gehen, dass wenn der Schlüssel steckt und das System sich wieder resetet die Tür einfach auf gehen könnte und mein Koffer samt Notebook und allem was mir lieb und Teuer war damit für jeden offen lag. Zum Glück passierte dies nicht. Ich musste nur vor der Öffnung des Automaten beschreiben was sich darin befand und sogar mein Notebook hoch fahren um klar zu zeigen, dass es sich um mein Eigentum handelte. So ging es endlich nach hause. Ich hätte im Vapiano doch noch auf Toilette gehen sollen. Die nächste Bahn kam erst nach 20 Minuten und nach 35 war ich endlich zuhause.

Da meine Freundin arbeiten war empfing mich ein lieber „Willkommen zuhause“ Brief und ein wenig ungesunder Süßkram im Wohnzimmer. Ich ließ mich erschöpft aber guter Dinge auf die Couch fallen. Zuhause, ists doch immer noch am schönsten.

Das ewige Leid mit…

…dem Personalpronomen.

Wie handhabt ihr das? Passt ihr jeden Satz, jeden Bezug auf euch, dem selbstgewählten Geschlecht an?

Ich bin keine Freundin von xy.

Das klingt doch komisch oder?

Mein Job hier ist Softwareentwicklerin.

Das wirkt doch gestelzt. Nicht überall muss die Genderfizierung umgesetzt werden, finde ich. Ich denke, auch als Frau kann ich Dinge auf mich beziehen, ohne diese in der weiblichen Form auszusprechen.

Ich bin ein vollwertiger Mitarbeiter.

Das muss auch reichen. Alles andere klingt doch bescheuert.

Eure Kommentare bitte 🙂